Der Newsletter von atemwort storytelling und atemwort verlag 20.08.2017
Die Themen:

Knoten im Seil
„Frieden ist ein Tuch, gesponnen aus klebrigen Fäden“, sagte M., während er über der Wüste balancierte. Das Seil unter seinen Füßen spannte sich bei seinen Worten ein wenig straffer. „Du hängst es hoch aus dem Fenster und was passiert? Es fängt die Fliegen ein.“ Der Baum, an dessen abgestorbenem Arm das Tau befestigt war, ächzte, und die Fabrik in seinen Eingeweiden ließ ihre Räder ein wenig schneller drehen. Heiße Luft kroch über den Boden, hüllte die Schlafenden in ihren Häusern in wohlige Träume.
„Es muss nur lange genug halten“, antwortete die Spinne vom Turm herüber und begann emsig die Löcher im Netz auszubessern, das schwarze Festmahl vor Augen. In der Mauerspalte verschmolz der Gecko mit der Wand und leckte sich die Lippen. Der frühe Morgen goss sein rostiges Licht über das Land, die Maschinen liefen zu Hochtouren auf. Als
der Strick riss, bliesen Fanfaren zum Sturm.

Knoten im Seil








Knoten im Seil
heißt das Buch, zu dem diese Geschichte gehört. Ein Buch mit 18 magischen oder surrealistischen Bildern des Malers Eberhard Marx und dazu entwickelten ebenso absurden Kurzgeschichten von mir. Nach etlichen unfruchtbaren Geburtswehen ist es jetzt endlich im Geburtskanal und wird am 24. Oktober das Licht der Welt erblicken. Aber Achtung: Es wird nur eine kleine Auflage erscheinen. Ein seltenes Juwel also.
Das heißt für alle Interessierten: Sofort vorbestellen und ein Exemplar reservieren!
Knoten im Seil
Das Geheimnis verführerischer E-Mails
Sie kennen das: Eigentlich haben Sie keine Zeit und alles Mögliche muss noch erledigt werden. Aber ein letzter Blick auf die E-Mails, bevor Sie sich an die Arbeit machen, ist immer noch drin. Und dann ist es um Sie und Ihre kostbare Zeit geschehen. Denn da ist diese eine Mail, die Sie einfach lesen müssen. Auf die Sie womöglich sogar reagieren. Nicht, dass sie von der besten Freundin käme oder sofortiges Handeln beim Kunden erforderte. Nein, sie ist einfach verführerisch. Was macht solche Mails aus?
  • Ein Betreff, der neugierig macht
  • Eine Sprache, die der gesprochenen Sprache sehr nahe kommt und nicht gestelzt wirkt
  • Eine gute Lesbarkeit durch Portionierung in kleine Häppchen. 
Halten Sie sich in Ihrer nächsten Mail oder Ihrem eigenen Newsletter an Kunden mal nur an diese drei Tipps und Sie werden eine sichtbar höhere Attraktivität erreichen. Übrigens hat eine Studie ergeben, dass Mails, deren Betreffzeile einen Bezug zu Film- oder Songtexten enthält, mit einer Wahrscheinlichkeit von 26 % geöffnet werden gegenüber traditionellen Betrefftexten, die nur eine Wahrscheinlichkeit von 16 % erreichen. Mehr Tipps zum Thema Mails im nächsten Newsletter. Viel Spaß beim Schreiben.
















Public Hearing

nenne ich jetzt mal - im Unterschied zur dröge anmutenden Lesung - die drei Ereignisse, die in diesem Herbst Überraschendes für alle Literturfans bereithalten - und zwar nicht nur zum Hören, sondern auch zum Sehen.

1. Der Sinziger Bücherherbst am 3. Oktober

Überraschendes - weil es immer noch Menschen gibt, die nicht mitbekommen haben, dass Volker Risse, Gerd Höschen und ich ein köstliches Werk mit dem langstrumpfigen Titel Ich mach mir mein Geld, wie es mir gefällt. Von Knickwürsten, Polenschlüsseln, Applasshandel und anderen frag- oder denk-würdigen Geschäftsideen geschaffen haben, das ich im letzten Newsletter vorgestellt habe. Und genau daraus werden wir lesen und versprechen - wie immer - alles, außer Langeweile. 
Beginn: 11:30 Uhr auf dem Kirchplatz in Sinzig.


2. 70 Jahre Kriegsende. Eine Zeitzeugin erzählt

Überraschendes - weil das dieser Lesung zugrundeliegende Buch zwar weniger lustig, aber dennoch mit dem sicheren Gespür für den Funken Humor, der auch zum Erzählen tragischer Ereignisse dazugehört, geschrieben wurde. Die Autorin Leonie Biallas erzählt, ich lese Auszüge aus ihrem Werk Und immer wieder Quakenbrück. Erinnerungen an die alte Heimat.
Ort: ehem. Karmelkloster, Karmeliterstraße 1, Bonn
Zeit: Sonntag, 11.10.2015, um 16 Uhr


3. Die Oberkasseler Kulturtage
vom 30.10.2015 bis 08.11.2015
Überraschendes - weil es immer noch Menschen gibt, die keine Haiku kennen. Die Dichterin Ursula Contzen hat diese japanische Gedichtform für Ihre poetischen Miniaturen adaptiert und gemeinsam mit ihrem Mann, dem Fotografen Heinz Contzen, im Dezember 2014 einen wunderschönen Band im atemwort verlag veröffentlicht: Zeitentiefe. Verdichtete Sprache - gesammeltes Licht. Anlässlich der Oberkasseler Kulturtage präsentiert sie gemeinsam mit mir ihre poetischen Bilder zu den fantastischen Naturfotografien ihres Mannes im Großformat.
Ort: Werkstatt Kleidermacher, Königswinterer Straße 687, Bonn-Oberkassel
Zeit: Samstag, 31.10.2015, um 18 Uhr

Knoten im Seil
Letzter Bissen
Die engagierte österreichische Autorin und Dozentin Sonja Birgmann will dem Genre Kurgeschichte zu mehr Beliebtheit verhelfen und gibt darum eine Anthologie mit kulinarischen Krimigeschichten unter dem vielsagen Titel Letzter Bissen heraus. Mehr noch: Entgegen den üblichen Gepflogenheiten will sie den beteiligten AutorInnen sogar ein Honorar  zahlen. Lobenswert, kann ich da nur sagen und empfehle ihr Crowdfundingprojekt bei Startnext.
Was Sie sich jetzt wahrscheinlich schon denken können: Eine Kurzkrimi von mir mit dem Titel "Candellightdinner" ist auch dabei.

Das war auch schon der letzte Geistes-Bissen für heute
Immer eine gute Geschichte zum Erzählen wünscht Ihnen
Ihre Storytelling-Expertin und Verlegerin

P. Katharina Thölken


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